Urschottisch

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Zu Besuch bei den Glenisla Highland Games

„Herzkönig! Ich fass‘ es nicht!“ Basti reißt die Arme in die Luft und grinst bis über beide Ohren. Direkt die erste Karte zeigt das heißbegehrte Bild, auf das wir alle so sehr gehofft haben. Auch die Frauen am anderen Ende des kleinen Lotteriestandes freuen sich sichtlich mit uns mit und überreichen uns feierlich die soeben gewonnene Flasche schottischen Whiskeys.

Es ist Sommer in Schottland und damit auch Zeit der jährlich stattfindenden Highland Games. Wir befinden uns auf einer Wiese mitten im Nirgendwo, nahe dem ländlichen Glenisla. Hier, wo sonst nur Schafe grasen und sich selten ein Mensch blicken lässt, findet an diesem Tag die 147. Ausgabe der traditionellen Wettkämpfe statt – ein Spektakel, das nicht hätte authentischer sein können.

Auf einer einfachen Holzbühne treten zahlreiche Musiker im Dudelsackspiel gegeneinander an. In die landestypische Kleidung gehüllt, spielen sie Volkslieder wie sie wahrscheinlich schon vor vielen hundert Jahren gespielt worden sind. Im Hintergrund geht es etwas rauer zu. Es wird gebrüllt, gelacht und gejubelt. Testosteron geladene Schwergewichte im Kilt messen sich unter den gespannten Blicken des Grog und Ale trinkenden Publikums in Disziplinen wie Kugelstoßen und Tauziehen. Sie und auch die zahlreichen einheimischen Familien und Dorfältesten ist der dabei entstehende Spaß unübersehbar ins Gesicht geschrieben. Die bereits im 19. Jahrhundert ausgetragenen Highland Games sind noch immer der unverkennbare Höhepunkt des Jahres.

 

 

Glenisla Highland Games, Schottland

Glenisla Highland Games, Schottland

Glenisla Highland Games, Schottland

Glenisla Highland Games, Schottland

Glenisla Highland Games, Schottland

Allmählich platschen erste Tropfen auf die rustikalen Holzbänke der Waldtribüne und die Spiele nähern sich nach gut fünf Stunden ihrem Ende zu – ein urschottischer Abgang für einen urschottischen Tag.

 

Sie wachsen überall dort, wo es warm und schön ist: die Wahrzeichen für Sommer, Sonne, Plamenschein. Wir reisen ihnen nach, jagen sie und schreiben darüber. Erinnerungen in Erfahrungsberichten, Reisetipps und vielen, vielen Fotos. Nicht mehr und vor allem nicht weniger.

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